Die Geschichte der Fredener Apotheke - 125 Jahre den Blick nach vorn!

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In diesem Jahr wird die Fredener Apotheke 125 Jahre alt. Das werden wir, so es die Verhältnisse zulassen, mit Euch feiern!

 

1896 wurde die Fredener Apotheke vom Apotheker Bruns gegründet. Die Arbeit eines Apothekers war damals nicht einfach. So musste er 24 Stunden immer im Dienst sein. Oft wurde er nachts „rausgeklingelt“, um für die Schwerkranken Arzneien zu fertigen. Die wachsende Frederner Industrie, mit der aus den Nachbardörfern hereinkommenden Arbeitern, brachte zusätzliche Arbeit. Es wurden Rezepte morgens gebracht und abends nach Feierabend nahm man die fertige Medizin mit. Anfang des 19. Jahrhunderts stellten die Apotheker noch über 80% der Medikamente selbst her. Somit erfüllte die Apotheke von Anfang an ihre ureigenste Aufgabe: Die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sicherzustellen und das weit in die Region hinein!

Mit erst 55 Jahren verstarb Apotheker Bruns am 22. Juni 1906 und die Erben Bruns wollten die Apotheke nicht aufgeben und ließen sie von Friedrich Redecker, einem aus Großfreden stammenden Apotheker, verwalten. Herr Redecker machte sich im Jahre 1917 mit einer eigenen Apotheke in Winsen a.d.L. selbständig.

Der aus einer alten Apothekerfamilie stammende Friedrich Carl Faass aus Derenburg (Harz) führte die Verwaltung fort. Als er aus dem 1. Weltkrieg zurückkehrte, boten ihm die Erben Bruns die Apotheke nebst Grundstück zum Kauf an. Nach vielen bürokratischen Hürden erhielt C.F. Faass am 9. April 1929 endlich die Konzession als Eigentümer.

 

Das Apothekenwesen änderte sich grundlegend in der Folgezeit. Die eigene Herstellung von Arzneimitteln wurde immer mehr in den Hintergrund gedrängt, da sich eine Pharmaindustrie etablierte, die die Forschung und Herstellung von Medikamenten übernahm. Die Fredener Apotheke stellte sich auf diesen Wandel in die moderne Zeit ein und ein großer Umbau der Apotheke wurde vollbracht. Es musste Platz für „Fertigarznei“ geschaffen werden, die in großen Regalen und Schubfächern gelagert wurden. Jedoch wurden bewährte Arzneimittel weiterhin in der Fredener Apotheke – bis heute – hergestellt.

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Viele Apothekerpraktikanten bildete Apotheker C.F. Faass aus, die später nach dem Studium ihre eigene Apotheke leiteten. Seine Liebe galt besonders auch der Jägerei und der Hühner- und Taubenzucht. Mit seiner Frau Helene hatte er zwei Töchter und zwei Söhne.

 

Schwierig wurde es im Laufe des 2. Weltkrieges: Angestellte wurden eingezogen und er musste mit seiner Frau Helene die Apotheke allein führen. Sein Sohn Günther hatte mit dem Pharmaziestudium begonnen, musste aber sein Studium unterbrechen, da auch er an die Front musste. Dann starb 1943 mit gerade mal 59 Jahren C.F. Faass, was die Existenz der Apotheke stark gefährdet, da auch sein Sohn Günther in den letzten Kriegstagen als Soldat ums Leben kam. Bis sein zweiter Sohn – auf Wunsch der Familie – sein Pharmaziestudium beendet hatte, ließ die Erbengemeinschaft die Apotheke von Fritz Ackermann aus Berlin verwalten.

1958 verstarb Ackermann und Wieland übernahm im gleichen Jahr die Leitung des väterlichen Unternehmens. Während seines Pharmaziestudiums lernte er die Hildesheimerin Christa Deppe kennen und sie heirateten. Nach Erteilung der Approbation  trat auch Christa Faass in die Leitung der Apotheke ein. Wieder veränderte sich vieles im Gesundheitswesen, ein erneuter Umbau wurde notwendig, um mit dem Fortschritt Schritt zu halten. Nunmehr halfen die ersten Computer bei der sicheren und schnellen Abgabe von Arzneimitteln. Die Fredener Apotheke war hier eines der ersten Betriebe, die ein funktionierendes Warenwirtschaftsprogramm einführten. Das Apothekerpaar bekam vier Töchter. Aline, die jüngste, studierte Pharmazie in Marburg und leitet seit 2001 in dritter Generation die Geschicke der Apotheke.

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Auch heute ändern sich die Anforderungen, eine Apotheke zu betreiben, rasant. Der Gesundheitsmarkt ist in einem immer steteren Wandel begriffen. Klassische Arzneimittelsicherheit, Rezepturen und gute Beratung auf der einen Seite und der Einfluss des Internet, der Digitalisierung und das neue e-Rezept auf der anderen Seite stellen an den Beruf der Apothekerin und des Apothekers höchste Anforderungen. Wir, von der Fredener Apotheke haben seit 125 Jahren jede Herausforderung an die Zukunft angenommen und bestanden. So wird es auch bleiben.

 

Ihre Apothekerin Aline Faass