Sonnenallergie – die polymorphe Lichtdermatose

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Nach einem ausgiebigen Sonnenbad kommt es bei vielen Menschen zu Juckreiz, Hautrötung oder Bläschenbildung – ohne dass ein Sonnenbrand vorliegt. Die krankhafte Reaktion der Haut auf ungewohnt hohe UV-Strahlung wird auch als polymorphe Lichtdermatose bezeichnet.

Obwohl es landläufig „Sonnenallergie“ heißt, ist die polymorphe Lichtdermatose keine Allergie im medizinischen Sinne. Die auch Sonnenekzem genannte Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, kommt aber vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen vor.

Häufig ist es der erste Sonnenkontakt nach langer Abstinenz, der die Beschwerden verursacht – z.B. am ersten Strandtag im Urlaub oder bei einer Wanderung in den sonnigen Bergen. In etwa drei Viertel aller Fälle entstehen die Hautveränderungen allein durch die Einwirkung von UVA-Strahlung, bei 10 Prozent sind UVB-Strahlen die Ursache, in den restlichen 15 Prozent eine Kombination dieser beiden UV-Strahlungen.

Typisch für die Sonnenallergie ist eine örtliche Begrenzung der Symptome – sie treten an den Stellen auf, die besonders viel Sonne abbekommen, also vor allem an Hals, Dekolleté, Armen, Handrücken, Beinen und im Gesicht.

Nach Stunden oder auch einigen Tagen entstehen stark juckende, fleckige Rötungen in diesen Bereichen. Auch Knötchen oder Bläschen sind mögliche Hautveränderungen. Von Person zu Person können diese Symptome deutlich unterschiedlich sein, weshalb die Lichtdermatose auch den „Beinamen“ polymorph (= vielgestaltig) hat.

Da die Hautveränderungen an allergische Reaktionen z.B. beim Tragen von nickelhaltigem Schmuck, erinnern, haben sich die Begriffe Sonnen- oder Lichtallergie in der Umgangssprache durchgesetzt.

Vorbeugung und Therapie

Wichtig zur Vorbeugung einer Sonnenallergie ist vor allem ein ausreichender und für den Hauttyp passender Sonnenschutz. Neben dem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (30 bis 50) sind dies auch hautbedeckende Kleidung und Hüte bzw. Kappen.

Als zweiten Schritt sollte man bei bekannter Sonnenallergie die Haut schrittweise an die UV-Strahlung gewöhnen, indem man Sonnenbäder nur langsam in ihrer Intensität und Länge steigert.

Hält man sich nämlich häufiger im Sonnenlicht auf, verstärkt die Haut ihre natürlichen Schutzmechanismen, indem sie mehr Melanin produziert. Dieses Hautpigment lässt die Haut gebräunt aussehen – und hält einen Teil der UV-Strahlung ab.

Außerdem wird auch die Hornhaut dicker, es bildet sich eine sogenannte Lichtschwiele. Damit sinkt das Risiko für eine Sonnenallergie genau wie das für einen Sonnenbrand.

Allerdings lässt sich nicht bei allen Betroffenen eine solche Gewöhnung an die UV-Strahlung bemerken. Und bei denen, die die Sonne nach einer Gewöhnungsphase besser vertragen, droht nach dem Winter – und der Sonnenentwöhnung – wieder eine Hautreaktion.

Wer empfindliche Haut hat, sollte beim Sonnenbaden zudem auf Parfüm, Kosmetika und Deo verzichten, da diese – bzw. deren Inhaltsstoffe – eine Sonnenallergie begünstigen können. Dies gilt insbesondere bei der sogenannten Mallorca-Akne. Bei dieser wird vermutet, dass Fette und Emulgatoren aus der Sonnencreme oder anderen Cremes mit der UVA-Strahlung reagieren.

Gegen die akuten Symptome der polymorphen Lichtdermatose können entzündungshemmende Cremes oder Lotionen eingesetzt werden. Auch Antihistaminika zum Einnehmen oder Auftragen sind hilfreich, wenn der Juckreiz quälend ist.

Das Kühlen der betroffenen Hautstellen, z.B. mit feuchten Umschlägen oder Cool-Packs, ist ebenfalls empfehlenswert. Um keine Erfrierungen zu provozieren, sollte Eis allerdings nicht direkt auf die Haut gelegt werden.

Bei schwereren Verläufen der Erkrankung, die glücklicherweise selten sind, kann der Arzt eine kontrollierte Phototherapie durchführen. Unter ärztlicher Aufsicht wird hierbei mit festen UV-Licht-Dosen bestrahlt.

Die Haut soll sich mit dieser Licht-Abhärtung (auch light-hardening genannt) an die Strahlung gewöhnen. Von einer solchen Therapie in Eigenregie ist dringend abzuraten!